Viele Anfänger glauben, man müsse sehr viel auswendig können, um beten zu dürfen — und schieben das Gebet deshalb auf. Tatsächlich ist nur eine einzige Sure Pflicht.
Die Pflicht: al-Fātiha
Sieben Verse, in jeder Gebetseinheit (Rakʿa) rezitiert. Wer sie kann, betet gültig. Sie ist damit ausnahmslos das Erste, was gelernt wird.
Danach drei kurze Suren
Al-Ichlās (4 Verse), al-Falaq (5) und an-Nās (6). Sie werden nach al-Fātiha in den ersten beiden Einheiten rezitiert und bringen Abwechslung ins Gebet.
Es sind die kürzesten des Korans: Ein regelmäßig übender Erwachsener lernt sie in drei bis vier Wochen.
Die Formeln für Verbeugung und Niederwerfung
Sie gehören nicht zum Koran, sondern sind kurze Formeln, die in zwei Tagen sitzen: „Subhāna rabbiya-l-ʿAzīm“ in der Verbeugung, „Subhāna rabbiya-l-Aʿlā“ in der Niederwerfung, dazu das Taschahhud am Ende.
Wie lange insgesamt?
Al-Fātiha: zwei bis vier Wochen bei Beginn von null. Die drei Suren: etwa ein Monat. Sie beten also nach rund zwei Monaten ein vollständiges, abwechslungsreiches Gebet.
Und bevor alles sitzt?
Das Gebet wird niemals aufgeschoben. Wer die Suren noch nicht kann, rezitiert, was er kann, oder beschränkt sich auf die Lobpreisformeln. Ein unvollkommenes Gebet ist weit besser als ein verschobenes.