
Ruku‘ (رُكوع) ist die Verbeugung im islamischen Gebet. Sie folgt auf die Rezitation im Stehen und geht den Niederwerfungen voraus, und sie ist eine der Säulen (Arkān) des Gebets: Eine Einheit ohne sie zählt nicht. Der Koran nennt sie zusammen mit der Niederwerfung: „O die ihr glaubt, verbeugt euch, werft euch nieder und dient eurem Herrn“ (22:77).
Die richtige Haltung
- Aus der Hüfte beugen, bis der Rücken gerade und etwa parallel zum Boden ist.
- Den Kopf auf einer Linie mit dem Rücken halten — weder gehoben noch hängend.
- Beide Handflächen auf die Knie, die Finger gespreizt und umfassend.
- Die Arme leicht vom Körper abspreizen (bei Männern); die Beine gerade, aber nicht verkrampft.
Ein Gefährte beschrieb die Verbeugung des Propheten ﷺ: Sein Rücken war so eben, dass Wasser, das man darauf gegossen hätte, liegen geblieben wäre.
Was man spricht
Beim Verbeugen sagt man „Allahu akbar“ und wiederholt in der Verbeugung „Subhāna Rabbiya l-‘Adhīm“ — „Gepriesen sei mein Herr, der Allmächtige“ — mindestens einmal, besser dreimal. Beim Aufrichten: „Sami‘a Llāhu li-man hamidah“ (Gott hört den, der Ihn lobt), dann aufrecht: „Rabbanā wa laka l-hamd“ (Unser Herr, Dir gebührt das Lob).
Ruhe: der Teil, den viele überspringen
Die Gelehrten betonen die Tuma’nina: in der Verbeugung verharren, bis der Körper zur Ruhe kommt, und sich dann ganz aufrichten, bevor man sich niederwirft. In einem bekannten Hadith betete ein Mann hastig, und der Prophet ﷺ sagte dreimal zu ihm: „Geh zurück und bete, denn du hast nicht gebetet“, und lehrte ihn dann, sich zu verbeugen, bis er zur Ruhe kommt. Ein gehetztes Ruku‘ ist also keine Stilfrage — es betrifft die Gültigkeit des Gebets.
Häufige Fehler
- Ein runder Rücken, der Kopf tiefer als die Schultern.
- Nur eine leichte Neigung, die Hände erreichen kaum die Oberschenkel.
- Halb aufrichten und direkt in die Niederwerfung gehen.
- Die Worte so schnell murmeln, dass das Arabische verloren geht.
Wer sich verspätet dem Imam anschließt
Nach Ansicht der Mehrheit der Gelehrten gilt: Wer sich dem Imam noch im Ruku‘ anschließt und sich verbeugt, bevor er sich aufrichtet, hat diese Einheit erreicht. Hat er sich bereits aufgerichtet, folgt man ihm und holt die Einheit am Ende nach.
Richtig lernen
Die Bewegung selbst lernt man in Minuten; Übung brauchen die klare Aussprache und die Ruhe. Im Live-Unterricht sieht die Lehrkraft Ihre Haltung und hört zugleich Ihr Arabisch — der schnellste Weg für neue Muslime und Kinder, sicher zu beten.