سجادة صلاة مطوية

Wudu ist die rituelle Waschung, die ein Muslim vor dem Gebet vornimmt. Ohne sie ist das Gebet nicht gültig — deshalb ist sie meist das allererste Praktische, das ein neuer Muslim lernt. Sie dauert zwei bis drei Minuten, braucht nur sauberes Wasser und lässt sich an jedem Waschbecken verrichten.

Die Schritte des Wudu (Gebetswaschung) — Absicht: Im Herzen, dann „Bismillah“ · Hände: Dreimal waschen · Mund: Dreimal ausspülen · Nase: Einziehen, ausschnauben ×3 · Gesicht: Haaransatz bis Kinn — Pflicht · Arme: Bis zu den Ellbogen, rechts zuerst — Pflicht · Kopf: Einmal bestreichen — Pflicht · Ohren: Mit dem Kopf bestreichen · Füße: Bis zu den Knöcheln, rechts zuerst — Pflicht · Bittgebet: Die Schahada am Ende
Die Schritte des Wudu (Gebetswaschung) (zum Vergrößern antippen)

Grundlage ist ein einziger Koranvers: „O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, so wascht eure Gesichter und eure Arme bis zu den Ellbogen, bestreicht eure Köpfe und wascht eure Füße bis zu den Knöcheln“ (5:6).

Die vier Pflichtteile

Die meisten Rechtsschulen zählen die Absicht und die Reihenfolge hinzu; die hanafitische Schule sieht sie als empfohlen an. Alles Weitere folgt der Praxis des Propheten ﷺ und vervollständigt das Wudu.

Die zehn Schritte der Reihe nach

Jeden Teil einmal zu waschen genügt; dreimal ist die empfohlene Praxis. Wasser wird nicht verschwendet, auch nicht am laufenden Hahn.

Was das Wudu aufhebt

Das Wudu bleibt gültig, bis etwas es aufhebt. Die wichtigsten, über die Einigkeit besteht: der Toilettengang (Urin oder Stuhl), Blähungen, tiefer Schlaf und Bewusstlosigkeit. Manche Rechtsschulen nennen zusätzlich die direkte Berührung der Geschlechtsteile, einige Gelehrte auch den Verzehr von Kamelfleisch. Danach erneuert man das Wudu vor dem nächsten Gebet — nicht nach jedem Gebet, wenn nichts es aufgehoben hat.

Ohne Wasser: Tayammum

Fehlt Wasser oder schadet es wegen einer Krankheit, kennt der Islam eine Trockenwaschung, das Tayammum: mit den Händen leicht auf saubere Erde oder eine staubige Fläche schlagen und damit über Gesicht und Hände streichen. Es ersetzt das Wudu, bis wieder Wasser verfügbar ist.

Häufige Anfängerfehler

Am häufigsten bleiben Ellbogen oder Fersen trocken; ein weiterer Fehler ist Eile, sodass das Wasser nie zwischen die Zehen gelangt. Lassen Sie sich bei den vier Pflichtteilen Zeit — sie machen das Wudu gültig.

Das Wudu bereitet den Körper vor; das anschließende Gebet verlangt eine arabische Rezitation, beginnend mit al-Fatiha. Diesen Teil lernt man am leichtesten mit einer Lehrkraft, die zuhört und die Aussprache korrigiert — genau dafür sind unsere Online-Einzelstunden gedacht.

Häufige Fragen

Brauche ich für jedes Gebet ein neues Wudu?
Nur wenn es aufgehoben wurde. Ein Wudu kann mehrere Gebete abdecken, solange nichts es ungültig gemacht hat.
Ist Nagellack ein Problem?
Ja. Lack bildet eine wasserdichte Schicht, das Wasser erreicht den Nagel nicht, und die Waschung ist unvollständig. Er muss vor dem Wudu entfernt werden.
Darf ich über die Socken streichen, statt die Füße zu waschen?
Das Bestreichen von Lederstrümpfen (Khuff), die nach einem vollständigen Wudu angezogen wurden, ist in der Sunna belegt — einen Tag und eine Nacht für Ansässige, drei für Reisende. Bei Stoffsocken sind die Gelehrten uneins.
Muss ich beim Wudu etwas auf Arabisch sagen?
„Bismillah“ am Anfang und die Schahada am Ende sind empfohlen; die Absicht selbst ist im Herzen und muss nicht ausgesprochen werden.